Entscheidungshilfe

Baseline oder Superior – welche Produktlinie passt zu Ihrem Objekt?

Beide Linien decken professionellen Einbruchschutz ab. Die Entscheidung fällt nicht über den Preis, sondern über Schutzbedarf, Architektur, Objektstruktur und geforderte Nachweise.

Ausgangslage

Warum die Frage oft falsch gestellt wird

Die Frage „Baseline oder Superior?“ wird häufig so verstanden, als gäbe es eine einfache und eine bessere Variante derselben Anlage. So ist es nicht. Es handelt sich um zwei Produktlinien mit unterschiedlicher Ausrichtung. Baseline umfasst professionelle Grundlösungen mit Schwerpunkt auf drahtlosen Jeweller-Komponenten. Superior ist projektorientiert und umfasst je nach Produkt drahtlose Superior-Jeweller-Komponenten, kabelgebundene Fibra-Komponenten und Hybridlösungen.

Daraus folgt: Man wählt nicht zwischen „wenig“ und „viel Sicherheit“, sondern zwischen Systemarchitekturen und Gerätekategorien, die zu unterschiedlichen Projektsituationen passen. Eine sorgfältig geplante Baseline-Installation kann für ein Wohnhaus die fachlich richtige Lösung sein, während dasselbe Budget in einer unpassend gewählten Superior-Architektur schlechter angelegt wäre – und umgekehrt.

Wir gehen deshalb in der Beratung immer vom Objekt aus, nicht vom Produkt. Am Anfang steht die Frage, welche Bereiche wie geschützt werden sollen, wer die Anlage bedient, wie auf eine Meldung reagiert wird und ob es Vorgaben von Versicherern oder Auftraggebern gibt.

Gegenüberstellung

Die Linien im direkten Vergleich

Die Tabelle beschreibt typische Merkmale. Für jedes einzelne Gerät gilt weiterhin: Eigenschaften und Zertifizierungen sind produktbezogen zu prüfen.

KriteriumAjax BaselineAjax Superior
Ausrichtungprofessionelle Grundlösungen für unterschiedliche Sicherheitsanforderungenprojektorientierte Linie für professionelle Installationen
SystemarchitekturSchwerpunkt drahtlos über JewellerSuperior Jeweller (Funk), Fibra (Kabel) und Hybridlösungen
Typische ObjekteWohnungen, Einfamilienhäuser, Büros, Praxen, kleinere Gewerbeobjektegrößere und komplexe Objekte, mehrere Bereiche, gemischte Gebäudestrukturen
Technische Eigenschaftenauf zuverlässigen Grundschutz ausgelegtkann erweiterte Eigenschaften und zusätzliche Sabotageschutzfunktionen bieten
Zertifizierungviele Komponenten nach Herstellerangaben für Anwendungen nach Grade 2 vorgesehenausgewählte Geräte mit Grade-3-Zertifizierung; immer gerätebezogen prüfen
Installationsaufwandgeringer, keine Leitungswege nötighöher bei kabelgebundenen Anteilen, dafür keine Batteriewechsel im Busbereich
Erweiterbarkeitunkompliziert durch weitere Funkmeldersehr weitgehend, auch strukturell über Bus- und Hybridausbau

Kriterien

Vier Fragen, die die Entscheidung tragen

01

Welcher Schutzbedarf besteht?

Nutzung, Werte im Objekt, Lage und bisherige Vorfälle bestimmen, wie tief gestaffelt der Schutz sein muss und ob eine Aufschaltung auf eine Leitstelle sinnvoll ist.

02

Wie sieht die Gebäudestruktur aus?

Größe, Bauweise, Anzahl der Etagen, Nebengebäude und Materialien beeinflussen Funkreichweiten und entscheiden mit, ob kabelgebundene oder hybride Anteile sinnvoll sind.

03

Welche Funktionen werden gebraucht?

Bereichsschaltung, Anwesenheitsschutz, Fotoverifikation, Videoanbindung, Benutzerrechte und Protokollierung sind praktische Anforderungen, die die Auswahl eingrenzen.

04

Sind Nachweise gefordert?

Wenn Versicherer, Auftraggeber oder interne Vorgaben eine bestimmte Ausführung nach EN 50131 verlangen, bestimmt das die Geräteauswahl und die notwendige Dokumentation.

Beispiele

Wie die Entscheidung in der Praxis ausfällt

Einfamilienhaus, bewohnt, Standardbauweise. Gewünscht sind Nachtscharfschaltung, Absicherung der erreichbaren Fenster und Türen sowie Meldungen aufs Smartphone. Hier führt eine drahtlose Baseline-Installation in der Regel zu einem stimmigen Ergebnis: kurze Montagezeit, keine Eingriffe in die Bausubstanz, klare Bedienung. Wichtig ist eine belastbare Funkplanung und, wo nötig, ein Signalverstärker.

Praxis oder Kanzlei in einem Bürogebäude. Mehrere Personen bedienen die Anlage, Zutrittszeiten unterscheiden sich, Patientendaten und Geräte sind zu schützen. Auch das ist häufig eine Baseline-Situation – entscheidend sind hier vor allem Bereiche, individuelle Benutzerrechte und ein sauberes Ereignisprotokoll.

Gewerbeobjekt mit Halle, Büro und Außenlager. Große Distanzen, Metallstrukturen, viele Melder und unterschiedliche Nutzungszeiten. Hier sprechen Kapazitäten, Verfügbarkeit und Leitungswege oft für eine hybride Lösung mit kabelgebundener Grundstruktur und drahtlosen Erweiterungen – also für Superior-Komponenten.

Objekt mit Nachweispflicht. Verlangt ein Versicherer eine Ausführung nach einem bestimmten Grad, ist die Geräteauswahl nicht mehr frei. Dann prüfen wir anhand der Produktbezeichnungen und Zertifikate, welche Komponenten dafür geeignet sind, und stimmen die Dokumentation entsprechend ab.

Entscheidung mit Nachweis

QUINTEGO ist für die angebotenen Planungs- und Installationsleistungen zertifiziert; die Nachweise sind hinterlegt und werden auf Anfrage vorgelegt.

Welche Komponenten welchen Grad erfüllen, prüfen wir gerätebezogen anhand der Produktbezeichnung, Hardwareversion und des zugehörigen Zertifikats – und legen das Ergebnis im Projekt offen.

Beide Linien lassen sich kombinieren

In der Praxis entsteht die Lösung selten aus einer einzigen Kategorie. Häufig bildet eine tragfähige Grundstruktur den Kern, ergänzt um einzelne Komponenten mit erweiterten Eigenschaften dort, wo es die Situation verlangt.

Entscheidend ist, dass die Kombination technisch abgestimmt, dokumentiert und im Alltag bedienbar ist.

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